Gibis Abenteuer · iOS App · In Arbeit
Deine Phantasie, deine Abenteuer.
Aus den frei erfundenen Auto-Geschichten meiner Kinder über eine Fantasiefigur namens Gibi — eine App, in der Kinder ihre Abenteuer selbst zusammenbauen.
Erzählstunde · Rückbank
- Rolle
- Idee, Konzept & Design
- Zeitraum
- 2026 · in Arbeit
- Plattform
- iOS App
- Typ
- Interaktive Geschichten-App
Gibi — wer ist das eigentlich?
Auf dem Weg in den Kindergarten erzählten mir meine beiden Kinder ständig selbst ausgedachte Geschichten — und fast immer ging es um „Gibi". Anfangs wusste ich gar nicht, wer das sein sollte. Als ich nachfragte, beschrieben sie mir eine Fantasiefigur, die nur sie sehen können: Igelfüße, Krokodilkörper, Schlangenschwanz, Maulwurfshände mit Stirnlampe, dazu Rucksack und Landkarte.
Die Geschichten wechselten hin und her und ohne erkennbaren roten Faden — am nächsten Tag oft schon nicht mehr rekonstruierbar. Beeindruckt von dieser grenzenlosen Phantasie stellte sich mir die Frage, wie sich das festhalten ließe. Ein einfaches Mitschreiben oder Aufnehmen griff die eigentliche Idee dabei nicht auf — spannender war, wie Kinder sich ihre Geschichten selbst zusammenbauen könnten. So entstand Gibis Abenteuer.
Angefangen habe ich nicht mit der Technik, sondern mit dem Charakter. Zuerst war es nur eine Skizze — die ich dann in eine 3D-Software geladen habe. Die visuelle Übersetzung hat mich begeistert: Auf einmal war Gibi greifbar. Den Namen mit einer echten Figur verbinden zu können, war für mich der erste Schritt, die Idee ernsthaft zu verfolgen.
Bei der Recherche kam dann der Dämpfer: Solche Ideen gab es längst. Kurz war ich enttäuscht — bis ich mich fragte, für wen ich das eigentlich mache. Es ging mir nie ums Monetarisieren, sondern in erster Linie um meine Kinder. Also habe ich die Idee nicht verworfen, sondern weitergemacht.
Ein wachsender Fragenkatalog
Aus einer kleinen Prompting-Spielerei, die aus ein paar Eingaben Geschichten erzeugte, wurde schnell ein ganzer Fragenkatalog:
- Wie sollen die Geschichten überhaupt entstehen — wie viel gibt der Nutzer vor?
- Kann man zwischen Genres wählen, vielleicht sogar eigene Charaktere erstellen?
- Soll jede Geschichte einen Lerneffekt haben?
- Kann der Text vorgelesen werden — und wenn ja, wie?
Im Dialog mit der KI
Die kostenlosen APIs erwiesen sich als nicht durchgängig zuverlässig. Mal ging es um Bilder, die sich automatisch aus dem Text erzeugen sollten — das Titelcover. Mal um Handlungen, die nicht sauber strukturiert waren. Die Themen entfernten sich zunehmend von UX und UI und wurden fortlaufend komplexer.
Die größte Herausforderung war, die Prompts so zu strukturieren, dass die KI sie am Ende wirklich nachvollziehen kann und sich nicht in zu vielen Details verliert. Das Halluzinieren war anfangs ein großes Problem — auch, weil ich zu Beginn nur im Terminal gearbeitet habe. Als visuell denkender Mensch habe ich mich im Nachhinein geärgert, nicht gleich die grafische App genutzt zu haben. Die Layouts dagegen sind komplett in Figma entstanden — das wollte ich mir nicht nehmen lassen.
Der Austausch zwischen eigenen Ideen und den Vorschlägen der KI wirkte streckenweise wie eine echte Zusammenarbeit. Die anfängliche Frustration über Halluzinationen und wiederkehrende Standardfehler hatte einen unerwarteten Nutzen: Der eigentliche Lerneffekt lag darin, eigene Anfragen klarer zu strukturieren und gezielter zu arbeiten.
Am Ende war es ein ganzes Bündel an APIs und KI-Systemen, die ich permanent aufeinander abstimmen musste. Das Ergebnis: Ohne große Kosten auf meiner Seite kann ein Nutzer aktuell drei Geschichten pro Tag erstellen. Als Gute-Nacht-Geschichten gedacht, ist das mehr als genug.
Was die App schon kann
- Genre wählen: es bestimmt den Grundton der Geschichte.
- Eigene Charaktere: über Eigenschafts-Prompts erstellen.
- Automatische Visuals:, die aus dem erzeugten Text entstehen.
- Karaoke-Vorlesemodus: mit visuell unterscheidbaren Charakteren.
Was als Nächstes kommt
- Lebendigere Bildwelten: Nicht mehr statisch, sondern dezent animiert — idealerweise je nach Genre oder automatisch aus der Geschichte. Wie genau, ist noch offen.
- Stimmen-Integration: Ich probiere gerade aus, was das iPhone von Haus aus mitbringt. Auf Englisch lässt sich die eigene Stimme schon nutzen, auf Deutsch noch nicht — vielleicht hilft es, einfach abzuwarten.
Eigentlich sollte ein Vater selbst vorlesen
Reine KI-Stimmen wirken für solche Geschichten nicht ganz stimmig — eigentlich sollte ein Vater selbst vorlesen. Daher die Idee: die eigene Stimme in Abschnitten aufnehmen und per KI über die generierten Texte legen.
Das kostet Zeit, die aktuell oft knapp ist. Bis dahin bleibt es bei einem vertrauten Familiensatz: „Papa, wann machst du weiter?" Eine verlässliche Antwort darauf gibt es noch nicht.